Im Stadtteil Mannheim-Schönau wurde durch die GBG Wohnen GmbH neuer Wohnraum in Form sogenannter „PuR“-Häuser (Punkt- und Riegel-Häuser) errichtet. Der Begriff „PuR“ steht hierbei gleichermaßen für eine moderne, ökonomische, nachhaltige und funktionale Bauweise mit klarer baulicher Struktur. Im Rahmen des ersten Bauabschnitts wurden 90 Wohnungen (4-5 Vollgeschosse, Wohnfläche 6.300 m², teilunterkellert) geschaffen, die ihren Beitrag zur Deckung des Bedarfs an bezahlbarem und gleichzeitig attraktivem und zeitgemäßem Wohnraum in der Region beisteuern.
Im Hinblick auf Nachhaltigkeit wurden die Flachdächer der PuR-Häuser zur ökologischen Aufwertung mit Biodiversitätsdächern ausgestattet. Zusätzlich sind auf den Dächern Photovoltaikanlagen installiert, die zur nachhaltigen Energieerzeugung beitragen und die ökologische Bilanz des Bauprojekts weiter verbessern. Unter Berücksichtigung des Flächenbedarfs wurden lediglich die Riegelhäuser unterkellert ausgeführt. Durch die reduzierte in Stahlbetonbauweise errichtete Kellerkubatur wurden neben der Einsparungen baulicher CO2-Emissionen, Baukosten reduziert und die Nutzungs-möglichkeiten der aufgehenden Bebauung erweitert.
Neben der Teilunterkellerung wurden ausschließlich die Geschossdecken und die zur Gebäudeaussteifung herangezogenen Wände im Innenraum in Stahlbeton errichtet. Decken und aussteifenden Wände wurden dabei überwiegend
mit Halbfertigteilen ausgeführt. Durch diese Vorgehensweise konnten die beiden Gebäude des ersten Bauabschnitts innerhalb von nur 10 Monaten Rohbauzeit errichtet werden.
Die Außenwände wurden aus hochwärme-dämmenden, 42,5 cm starken Poroton-Planziegeln gemauert. Die Innenwände bestehen, sofern sie nicht für die Gebäudeaussteifung berücksichtigt wurden, aus Kalksandstein-Mauerwerk.
Zur Reduzierung von baulichen Zwängen und unter Berücksichtigung des differenten Schwingungsverhaltens der unterschiedlich steifen Baukörper wurden zwischen den Punkthäusern und ihrer Riegelhäuser, sowie an den Übergängen der einzelnen aneinandergrenzenden Riegelhäuser Fugen eingebaut, um Bewegungen auszugleichen und die Bausubstanz zu schützen.
Eine besondere statische Herausforderung bei der Planung stellten die stützenfreien Eingangsbereiche im Erdgeschoss dar. Hier wurden die Lasten der Decken in die darüberliegenden Wände hochgehängt um von dort auf die benachbarten Wandauflager übertragen zu werden.
