AbbVie – die biopharmazeutische Sparte des Abbott-Konzerns – baut den Standort Ludwigshafen weiter aus. Durch ein massives Investitionsprogramm entstehen neue Kapazitäten in der medizinischen Forschung. Auf dem Firmengelände wird ein großzügiges Laborgebäude mit einer einzigartigen Infrastruktur realisiert, das passend LUnA (Ludwigshafens neue Arbeitswelt) getauft wurde. Es misst ca. 74m in der Länge, 30m in der Breite und ragt ca. 35m über das Gelände.
In enger Abstimmung mit der fachspezifischen Laborplanung wurde ein maßgeschneidertes Tragwerk entworfen, dass die speziellen Bedürfnisse der Nutzer souverän erfüllt. Neben den üblichen Anforderungen an den Baukörper aus Grundwasser (Weiße Wanne) und Erdbebenlasten (Eurocode 8) wurden in diesem Bauvorhaben zusätzliche Entwurfsgrundsätze berücksichtigt, die aus der Empfindlichkeit der Laborinstrumente gegen Schwingungen resultieren. Zum Schutz der extrem teuren Apparate insbesondere im Keller wurde das Gebäude so konstruiert, dass es einen mobilen Hochwasserschutz aufnehmen kann, der einem Pegel standhält, der statistisch nur alle 500 Jahre auftritt.
Der größte Teil der Gebäudetechnik wurde im obenliegende Technikgeschoss platziert, dass eine Geschosshöhe von knapp 9 Metern benötigte (im Bild noch nicht vorhanden). Von dieser Etage aus werden die einzelnen Etagen über Schächte angedient, die ca. 70m² Fläche je Etage einnehmen. Die Dachfläche kann mit Begrünung und mit PV-Elementen versehen werden.
Der geplante rückwärtige Versorgungshof liegt auf Höhe der Kellersohle und wurde aufgrund der Hochwasserproblematik als eigenständiges Bauteil geplant. Da die Hofsohle aber unterhalb des Grundwasserspiegels liegen kann und weiterhin nutzbar sein muss, wurde die Dichtigkeit und die Auftriebssicherheit der Konstruktion durch eine besondere Planung sichergestellt. Zusätzlich wurde eine Brücke über den Tiefhof vorgesehen, um das Gebäude auf Erdgeschosshöhe auch von dieser Seite begehbar zu gestalten.
Im äußeren Eingangsbereich verspringt die Fassade aus Glas über zwei Geschosse (ca. 8m Höhe) nach innen und schafft so einen überdachten Vorplatz. Durch eine Galerie im Foyer erstreckt sich diese Höhe des Vorplatzes auch in den Innenbereich.
Um das Hauptgebäude entstehen kleinere Nebengebäude wie ein Anbau im Erdgeschoss für NMR-Instrumente, ein Lager für Gasflaschen und eine lokale Überdachung des Tiefhofs.
