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Ersatzneubau Gretje-Ahlrichs-Schule (vormals Eduard-Spranger-Schule)

Die Stadt Mannheim plante den Ersatzneubau einer Förderschule mit der Option der Nutzung als Ganztagesschule auf dem Gelände der Gretje-Ahlrichs-Schule in Mannheim-Käfertal. Nach Errichtung des Neubaus sollte das vorhandene Bestandsgebäude auf Grund seines baulichen Zustandes komplett abgerissen werden. Auf dem dann frei werdenden Gelände sollte dann zu einem späteren Zeitpunkt eine Turnhalle mit Mensa neu errichtet werden, um den Betrieb der Eduard-Spranger-Schule als Ganztagesschule zu ermöglichen.

Die Bau- und Betriebsservice GmbH (BBS) Mannheim als Bauherr in Vertretung der Stadt Mannheim beauftragte im Jahr 2012 das Ingenieurbüro Herzog+Partner mit der Tragwerksplanung für die Neubauten der Bauabschnitte 1 + 2. Die Objektplanung erfolgte durch das Architekturbüro Schmucker + Partner Planungsgesellschaft mbH, Mannheim.

Das Konzept des Schulgebäudes (Bauabschnitt 1) sah einen ca. 73 m langen und 20,5 m breiten, dreigeschossigen Flach-Bau ohne Unterkellerung vor.

Gewünscht waren tragende und aussteifende Stahlbetonwände (d = 20 cm bzw. 25 cm) in Sichtbetonqualität. Daher wurde trotz der Gebäudelänge von 73 m auf durchgehende Gebäudefugen verzichtet. Die Decken wurde als unterzugslose Stahlbetonflachdecken mit bis zu 7,50 m Spannweite ausgeführt. Im Bereich des innen liegenden Flures, der die Klassenräume erschließt, wurden zur Belichtung drei, über alle Geschosse durchgehende Lichthöfe geplant. Im Bereich dieser Lichthöfe wurden die Decken, wegen der fehlenden Durchlaufwirkung und unzureichender Querabtragung auf Grund zu großer Raumabmessungen, als Einfelddecken ausgeführt. Um die daraus resultierenden Verformungen zu begrenzen und trotzdem die Möglichkeit des Einsatzes von Systemtrennwänden zu ermöglichen, wurden Deckenstärken von 30 cm (EG und 1. OG), bzw. 28 cm (2. OG) ausgeführt.

Auf Grund unterschiedlicher Nutzungen im Erdgeschoss und den beiden Obergeschossen, mussten zahlreiche tragende Innenquerwände im Erdgeschoss abgefangen werden und wurden daher als freitragenden ‚wandartige Träger‘ im 1. und 2. Obergeschoss ausgeführt.

In den Längsfassaden wurden die Brüstungen und Attiken im Bereich der Fensterbänder auf Grund der sich aus den Klassenraumgrößen ergebenden Spannweiten von mehr als 9,50 m als tragende Überzüge ausgeführt. Dies führte teilweise im Bereich der daran anschließenden Wände wegen der gewünschten Sichtbetonqualität zu erhöhtem Aufwand an die Bewehrungsführung und für das ausführenden Bauunternehmen zu einem erhöhten Schalungsaufwand, um Betonierfugen zu vermeiden, bzw. zu minimieren. Die Fassade wurde im Fensterbereich und im Bereich der Lichthöfe als Absturz sichernde Pfosten-Riegel-Konstruktion ausgeführt. Sämtliche Betonbauteile in den Außenfassaden wurden mit vor gehängten Klinkerfassaden (d = 10 cm) verkleidet.

Die Gründung erfolgte über Einzel- und Streifenfundamente in den anstehenden sandigen Bodenschichten mit einer zur Zentrierung verwendeten Stahlbetonbodenplatte (d = 20 cm).

Um die Nutzung der Gretje-Ahlrichs-Schule als Ganztageschule möglich zu machen, wurde im Bauabschnitt 2, nach der Errichtung des neuen Schulgebäudes, auf dem Gelände des zwischenzeitlich abgerissenen alten Schulgebäudes eine Mensa mit Sporthalle errichtet.

Bei dem nichtunterkellerten Massivbau handelt es sich um eine Mensa mit Anschluss an eine Sporthalle und umschließenden Funktionsräumen.

Das gesamte Bauwerk umfasst ein Baufeld von 62,0m * 37,00m und ist ohne Gebäudefuge konstruiert.

Das an der Giebelseite der Sporthalle eingeschossig anschließende Mensagebäude mit einer Höhe von ca. 4,50m und einer Länge von 37m hat eine Breite von ca. 12m. Über diese Breite wurde stützenfrei eine Dachdecke mittels einer Spannbetonhohldiele ausgeführt. Die tragenden umlaufenden Stahlbetonwände übernehmen die Lastabtragung und Aussteifung.

Die Sporthalle selbst mit einer Abmessung von L/B/H: 50m/22,5m/10,0m strukturiert sich in der Länge in 10 Rasterbreiten von ca. 5m. Davon bildet der Hallenkörper selbst  9*5 Raster=45m. Im  letzten Raster von 5m befindet sich in Hallenhöhe eine zweigeschossige Technikzentrale und Versorgungsküche in Stahlbetonbauweise.

Die Sporthalle lässt sich mittig mittels Vorhang in zwei Felder teilen.

Der umschließende Hallenkörper besteht aus Stahlbetonwänden mit einem an den Längsseiten und der äußeren Giebelseite befindlichen umlaufenden Oberlichtband.

Im Rasterabstand von 5m an den Längsseiten und von 5,5 m an der Giebelseite positionieren sich ca. 8,5 m hohe Vollfertigteilstützen, die im monolithischen Zusammenschluss mit den Stahlbetonwänden die Aussteifung der Halle übernehmen.

Die Hallendachkonstruktion besteht aus Holz-Satteldach-Brettschichtbindern mit gerader Unterkante und einer Spannweite von 22,0 m, die auf den Fertigteilstützen gelagert sind.

Zwischen den Holz-Bindern oberkantengleich wurden Holz-Koppelpfetten zug- und druckfest in einem Abstand von ca. 2,8 m montiert. Diese übernehmen Anhängelasten im Hallenbereich und dienen der Koppelung an den massiven zweigeschossigen Technikbau, der Hallenaussteifungslasten übernimmt und somit einen Hallenverband erübrigt.

Die Dachhaut wird aus Trapezblechen gebildet, die als Mehrfeldträger über die Koppelpfetten spannen. Auf den Trapezblechen sind Photovoltaikelemente montiert.

Jeweils seitlich an den Längsseiten der Sporthalle befinden sich eingeschossige ca. 4,5 m hohe und 4,5 m bis 10 m tiefe massive eingeschossige Anbauten als Funktionsräume. Decken und Wände bestehen aus Stahlbeton mit Aussteifungsfunktionen.

Die Gründung erfolgt mittels Streifenfundamente für die Stahlbetonwände und Bechereinzelfundamente für die Fertigteilstützen der Hallenkonstruktion. Gekoppelt sind diese Gründungselemente mittels einer 20 cm starken Stahlbetonbodenplatte.

Bauherr:

Bau- und Betriebsservice GmbH Mannheim
Architekt:

Schmucker + Partner Planungsgesellschaft GmbH Mannheim
Baukosten:

1. BA Neubau Schulgebäude KG 300 5.244.500,- EUR KG 400 1.879.000,- EUR 2. BA Neubau Mensa und Sporthalle KG 300 3.000.000,- EUR KG 400 1.300.000,- EUR
Bauzeit:

1.BA: Dezember 2014 bis Juli 2017; 2. BA: Oktober 2017 bis Mai 2021
Projektdaten:

1. BA Neubau Schulgebäude
BRI 15.000 m³
BGF 4.600 m²

2. BA Neubau Mensa und Sporthalle
BRI 16.500 m³
BGF 2.100 m²
Erbrachte Leistungen:

Tragwerksplanung nach Teil 4,
Abschnitt 1 HOAI 2013
Grundleistung:

Leistungsphase 1 – 6
nach §51 HOAI 2013
Besondere Leistung:

Nachweis der Aussteifung für
Erdbebenzone 1

Ingenieurtechnische Kontrolle der
Bewehrung

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